Business as usual oder
Was lernen wir und wie gehen wir voran?

Wir erleben tatsächlich einen besonderen Moment.

Bereits vor dem weltweiten Ausbruch des Coronavirus stellten wir eine zunehmende Sensibilität für Umweltthemen, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Demokratie und Friedenskonsolidierung fest. Leider steht dem als Normalität gegenüber: Menschen leugnen, dass eine ökologische Katastrophe droht, dass die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit in Europa und anderen Teilen der Welt wächst, auf Migration wird mit Abschottung reagiert, wachsende populistische und nationalistische Tendenzen werden durch Fake News verstärkt.

Das Coronavirus ist für viele eine Gelegenheit, über die Welt nachzudenken, in der wir leben und um die wir uns kümmern möchten. Heute scheinen sich nicht nur einige Aktivist*innen, sondern die breitere Gesellschaft bewusst zu werden,

  • wie voneinander abhängig wir als Menschheit angesichts dieses „Virus ohne Grenzen“ sind,

  • wie zerbrechlich wir individuell und als Staaten sind und, dass es nicht Waffen sind, die uns retten werden,

  • wie alle oben genannten Themen miteinander verknüpft sind und dass wir der Liste noch weitere hinzufügen müssen, wie z.B. eine gerechte und effiziente weltweite Gesundheitsversorgung,

  • wie sehr wir eine wirklich nachhaltige und gerechte Wirtschaft benötigen.

Als Church and Peace-Netzwerk sind wir ebenfalls betroffen. Wir mussten unsere Mitgliederversammlung in den Niederlanden im Mai sowie das frankophone Regionaltreffen im Juni absagen. Zusätzlich zum Coronavirus erlebten unsere Mitglieder in Kroatien ein Erdbeben und im Kosovo einen von den USA manipulierten Sturz ihrer Regierung. Beide Ereignisse sind nahezu unbemerkt geblieben. Wir erwähnen nur zwei von vielen Beispielen in Ländern, in denen Church and Peace Mitglieder hat.

Das Risiko für uns alle besteht darin, dass wir „am Tag danach“ versuchen, unsere früheren Gewohnheiten wieder aufzunehmen, „die Dinge nachzuholen“ oder wieder von „business as usual“ völlig in Anspruch genommen zu werden und dass wir verpassen zu sehen, was wir gelernt haben, oder was wir lernen könnten.

Wir möchten wissen, was unsere Mitglieder derzeit in den verschiedenen Regionen bewegt. Wie haben wir die letzten Monate durchlebt? Was sind die Herausforderungen, die uns jetzt persönlich und als Church and Peace-Netzwerk erwarten?

Symbolbild Ideenaustausch

Wir schlagen vor, dass wir, sobald dies wieder möglich ist, entweder als regionale Treffen oder als kleinere Gruppen von Einzelpersonen zusammenkommen und uns darüber austauschen, wie sich all dies auf uns als Gruppen, assoziierte und Einzelmitglieder auswirkt. Und sollte dies in absehbarer Zeit nicht möglich sein, lasst uns eine online-Kommunikation planen. Was sind unsere Erfahrungen, was kommt uns in den Sinn, was sind unsere Fragen und was sind die Keime von Bedeutung, von Veränderung und Handeln die wir darin finden?

Die Ziele für diese Treffen sind:

  • Die Zeichen der Zeit zu benennen: die Erfahrungen und Erkenntnisse dieser letzten Monate in Worte fassen

  • Die Zeichen der Zeit wahrzunehmen/erkennen: sehen, was für die jeweiligen Regionen spezifisch ist und was uns gemeinsam ist. Was sind die Themen, die uns als Church and Peace-Netzwerk herausfordern?

  • Verantwortung für die Zeichen der Zeit in unserem Rahmen zu übernehmen: Was können unsere Mitglieder tun und wie können sich die Mitglieder des Netzwerks gegenseitig bei der Verwirklichung dessen unterstützen, was wir als Aufruf für uns erkannt haben?

Wir schlagen eine einfache Methode vor, die sich mit dem Wort Gottes verbindet und uns durch Zeiten des tiefen Teilens führt. Wir wollen teilen,

  • was uns auf persönlicher, intellektueller, politischer und spiritueller Ebene bewusst geworden ist,

  • wie sich vielleicht unser Leben und unser Engagement angesichts dieser Erfahrung ändern,

  • wie wir uns gemeinsam herausgefordert fühlen, weiter zu gehen.

Wir wenden uns an unsere Mitglieder, die daran interessiert sind, diesen Prozess zum Leben zu erwecken!

Lasst uns entdecken, was die Geistkraft uns heute sagen möchte! Als Netzwerk wollen wir alle Stimmen hören und berücksichtigen. Wir können die Themen in unseren Mitgliederversammlungen und Konferenzen aufgreifen. Sie können uns mit neuen Menschen oder Initiativen verbinden. Diese Antworten können zu neuen Beiträgen auf unserer Website oder zu einem neuen Flyer führen. Wer weiß?

Dabei dürfen auch wir uns gemeint fühlen, wenn Paulus schreibt: „Darum bitte ich in meinen Gebeten, dass eure Liebe immer reicher werde an Erkenntnis und Erfahrung, damit ihr prüfen könnt, worauf es wirklich ankommt.“ (Phil 1, 9-10)

Beteiligen Sie sich am Gespräch!

Nutzen Sie das Dialogpapier und fordern Sie den methodischen Leitfaden in der internationalen Geschäftsstelle an, um eine Veranstaltung zu organisieren.