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Chronik

von | Jun 9, 2017

1948 – 1968   Die Ursprünge: Komitee zur Fortführung der Zusammenarbeit der Historischen Friedenskirchen in Europa – Antwort auf die Katastrophe des zweiten Weltkriegs

1948 – Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) mit der klaren Aussage “Krieg ist gegen den Willen Gottes”.
Der nordamerikanische Fortsetzungsausschuss für die friedenskirchliche Zusammenarbeit  strebt die Bildung eines entsprechenden europäischen Komitees an, um eine Gemeinschaft der Friedenskir- chen zu entwickeln und mit den verfassten Kirchen in einen theologischen Dialog über Krieg und Frieden zu treten.

22. Februar, 5.-7. Mai und 2.-4. August 1949 – Auf Einladung von Dr. M. Robert Zigler, Church of the Brethren, finden die ersten Treffen in Genf, Présinge und Heerewegen statt. Britische Quäker und europäische Mitglieder des Internationalen Versöhnungsbundes (IFOR) schließen sich den Mennoniten und Church of the Brethren an. Die Bewegung, die sich später Church and Peace nennen wird, ist geboren.

1953 – Der Fortsetzungsausschuss veröffentlicht die Erklärung “Friede ist der Wille Gottes”.

15.-19. August 1955 – “Die Herrschaft Christi über Kirche und Staat (Puidoux I)”
Der Europäische Fortsetzungsausschuss ist Mitorganisator eines ersten theologischen Dialogs, aus dem sich eine ganze Serie entwickelt: die “Puidoux-Konferenzen”. Professoren etablierter Kirchen und friedenskirchliche Gelehrte debattieren die Beziehung von Ekklesiologie und Friedensethik.

1957 – Angesichts des Algerienkrieges rufen die französischen IFOR-Mitglieder André und Martha Tromcé und ÖRK-Generalsekretär Visser t’Hooft nach gewaltlosem christlichem Friedensbekenntnis.

12. August 1957 – Gründung von EIRENE Internationaler christlicher Friedensdienst, um die Frie- denstheologie umzusetzen in die Praxis der Solidarität mit Marginalisierten und Unterdrückten.

2.-7. August 1960, Bièvres, Frankreich – Zum ersten Mal nehmen Theologen aus Osteuropa am Gedankenaustausch in Puidoux teil. Friedenskirchliche Kritik an der Symbiose von Kirche und Staat findet Nachhall bei den Vertretern von Kirchen aus kommunistischen Ländern.

Juli 1965 – Während der Puidoux-Konferenzen entstehen grundsätzliche Spannungen: Unterstützung militärischer Intervention als letztes Mittel oder kategorische Ablehnung von Gewalt? Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit als Individuum oder als Gemeinschaft bzw. Kirche? Eine kleinere Studienkomission wird mit weiteren Beratungen betraut.

1968 – 1975    Eirene Studies and Liaison – Wie sieht eine Friedenskirche aus?

1968 – Der Europäische Fortsetzungsausschuss historischer Friedenskirchen wird umbenannt in “Eirene Studies and Liaison”. Weitere Studien und Dialoge betonen die Verbindung zwischen Friedenstheologie und gewaltlosem Friedenszeugnis. Eine Schlüsselfrage: Welche konkrete Gestalt muss Friedenskirche und -gemeinde annehmen?

1969 – Bienenberg, Schweiz – Als Reaktion auf die Studentenunruhen organisiert Eirene Studies and Liaison eine europäische Jugendkonferenz. Die TeilnehmerInnen beschäftigen sich mit Möglichkeiten des “Dritten Weges” als Alternative zu Resignation oder gewaltsamer Revolution angesichts sozialer Ungerechtigkeiten. Aus den Gesprächen wird klar, dass Kirche konkrete Gemeinschaft in Gebet und Aktion sein muss.

1973 – Der mennonitische Theologe John Howard Yoder sieht Lebensgemeinschaften und ähnliche Gruppen innerhalb der Kirchen als Partner für einen neuen friedenskirchlichen Dialog in Europa.

1975 – 1983 “Church and Peace” – Auf der Suche nach Spuren und Ansätzen friedenskirchlicher Existenz

Juni 1975 – Malteserhof bei Bonn – Zusammenkünfte im Büro von Eirene Studies and Liaison ergeben einen Entwurf für ein Netzwerk aus Historischen Friedenskirchen, IFOR und friedenskirchlich orientierten Gruppen innerhalb der Großkirchen. Church and Peace beginnt sich auf die heutige Form hin zu wandeln.

1976 – Das bisherige Sekretariat von Eirene Studies and Liaison wird zur Church and Peace-Geschäftsstelle. Seine Aufgaben: die Fortsetzung der theologischer Reflexion und des Dialogs mit den etablierten Kirchen sowie die Entwicklung von Modellen für das Friedenszeugnis.
Wilfried Warneck wird Church and Peace-Koordinator. Er und seine Frau Ruth brechen auf zu Besuchen bei Gruppen und Gemeinschaften, die möglicherweise am Anschluss an das Netz interessiert sind.

17.-20. Februar 1977 – In Bendorf, Deutschland, findet die erste internationale Church and Peace-Begegnung statt. Trotz unverkennbarer Spannungen erkennen die TeilnehmerInnen  ihre Gemeinsamkeiten und betonen die Notwendigkeit, von einander zu erfahren, wie jede der Gruppen als Friedenskirche lebt, und sich gegenseitig Impulse zu geben.

29. Juni 1978 – Vereinsgründung von Church and Peace als Zusammenschluss von “einzelnen Christen, von Kirchen und christlichen Organisationen, die unter den Kirchen für die Bejahung und Verwirklichung der Meinung eintreten, das Friedenszeugnis gehöre zu den Wesensmerkmalen der Kirche Jesu Christi.” (Satzung von 1978)

August 1978 – Skizzierung des Projekts “Zellen der Hoffnung”. Ziel ist die Entsendung von Teams der Mitgliedsgemeinschaften zur Gewährleistung einer Präsenz von Gebet, gewaltfreier Aktion und Gastfreundschaft an Orten, wo der Frieden gefährdet ist.

15. Dezember 1980 – In Alkmaar, Niederlande, weiht Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel den “Pflugschar-Fonds” ein. Dieser soll Einzelnen und Gemeinden die “Möglichkeit bieten, konkret daran mitzuarbeiten, dass Kräfte und Mittel, die bisher auf Kriegsführung ausgerichtet waren, in Werkzeuge aktiver Friedensarbeit umgewandelt werden”.

1983 – 1990       Friedenskirche und Konziliarer Prozeß

1983 – Resolutionen der 6. ÖRK-Vollversammlung in Vancouver initiieren den Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung (GFS).

Juni 1985 – Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf setzt sich Church and Peace für die Idee eines weltweiten Friedenskonzils ein. Die Kirche muss die Ungerechtigkeit bekämpfen und durch Diakonie und Dienst Heilung der durch Ungerechtigkeit entstandenen Wunden anbieten.

18.-22. Juni 1986 – Braunfels, Deutschland – Die Erste Europäische Friedenskirchliche Versammlung ist die lebendige Verkörperung einer eucharistischen Friedensgemeinschaft. Ein weiteres Mal betont dieser Kongreß die zentrale Bedeutung aktiver Gewaltlosigkeit und stösst Kontakte mit den Christen im Ostblock an.

1986 –  Das Netz des Fastens und Betens wird gebildet.

15.-17. April 1988 – Die Church and Peace-Mitgliederversammlung in Heverlee, Belgien bestimmt die Entwicklung eines “Friedensdiakonats” als Priorität für das Netzwerk.

6.-12. August 1988 – Zusammen mit IFOR, Pax Christi International und den franziskanischen Arbeitsgruppen für GFS organisiert Church and Peace den Europäischen Ökumenischen Dialog für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Assisi. Kontakte mit römisch-katholischen und vorreformatorischen Gruppen (darunter die Franziskaner und die Waldenser) werden intensiver.

15.-21. Mai 1989 – Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel. Eine auf der Church and Peace-Mitgliederversammlung im April 1989 formulierte Botschaft wird zur Basis für ein friedenskirchliches Minderheitenvotum, das bei den Delegierten der Versammlung große Unterstützung erfährt. Church and Peace organisiert während der Versammlung ein sogenanntes “Peace House”.

1990 – 1999  Regionalisierung und Schalom-Dienste

März 1990 – Während der Weltkonvokation des Konziliaren Prozesses in Seoul initiiert Church and Peace einen täglichen friedenskirchlichen Besprechungskreis. Das Schlussdokument der Konferenz betont die Verpflichtung auf aktive Gewaltfreiheit aus dem Evangelium im Einsatz für Gerechtigkeit und Befreiung. Es ruft auf, einen weltweiten Diakonat für den Frieden zu entwickeln.

Neunziger Jahre: Die Bemühungen um die Aufrechterhaltung der Kontakte und die Umsetzung von Projekten auf lokaler und regionaler Ebene führen zu einer Teilregionalisierung des Church and Peace-Netzwerks.

Herbst 1990 – In Straßburg, Frankreich wird ein Regionalbüro eröffnet.

12.-14. Oktober – In Leipzig findet die erste internationale Konferenz im ehemaligen Ostblock statt. Der Kontakt mit der ungarischen Bokor-Bewegung entsteht.

März 1992 – Church and Peace ist intensiv beteiligt an der Gründung des Vereins “Oekumenischer Dienst im Konziliaren Prozess” zur Ausbildung und Begleitung von “Schalomdiakoninnen und -diakonen”.

Dezember 1992 – In Genf wird die Kontaktstelle ökumenischer Dienste für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eröffnet, entstanden aus der Arbeit der Organisatoren des Assisi-Treffens 1988. Sie informiert über Möglichkeiten für freiwillige Einsätze und führt ein Verzeichnis christlicher Freiwilligendienste weltweit.

27.-30. April 1995 – Ein Seminar mit TeilnehmerInnen aus Südosteuropa und die Internationale Konferenz in Pécel, Ungarn, spiegeln wachsende Verbindungen nach Ost- und Südosteuropa wider. Abgesandte des kürzlich vom ÖRK gestarteten Programms zur Überwindung von Gewalt nehmen an der Versammlung teil.

1997 – In Székesfehérvar, Ungarn wird ein Regionalbüro eröffnet.

14.-16. März 1997 – Die Europäische Friedenskirchliche Konsultation in Wetzlar formuliert ein Memorandum an die Delegierten der bevorstehenden Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung.

23.-29. Juni 1997 – Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz, Österreich. Church and Peace organisiert ein Peace House zusammen mit IFOR und Pax Christi International.

30. Juni – 4. Juli 1997 – Versammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Church and Peace tritt der KEK als assoziiertes Mitglied bei.

28.-30. Mai 1999 – Das fünfzigjährige Jubiläum von Church and Peace ist gekennzeichnet von fortwährenden NATO-Bombardierungen auf Serbien und Montenegro. In der Bienenberg-Erklärung bekennen sich die Teilnehmer als Friedenskirchen zu einer Ökumene, die Feindesliebe praktiziert und den Bedrängten zur Seite steht.

2000 …. Friedenskirchliches Zeugnis im 21. Jahrhundert

24.-29. April  2001 – Bei einem Seminar für FriedensarbeiterInnen aus Südosteuropa vor der Internationalen Konferenz in Elspeet, Niederlande wird das Entstehen eines Netzwerks in dieser Region deutlich.

1.-4. Mai 2003 – Erste Internationale Church and Peace-Konferenz in Südosteuropa an der Fakultät für evangelische Theologie in Osijek, Kroatien.

28. April – 1. Mai 2005 – Bei der internationalen Konferenz in Selbitz, Deutschland entschliessen sich die TeilnehmerInnen aus Südosteuropa zur Organisation einer Regionalkonferenz.

20.-24. September 2006 – Church and Peace ist Mitorganisator der ersten regionalen interreligiösen Konferenz in Südosteuropa auf der Insel Krk, Kroatien.

13.-17. Juni 2007 – Internationale Konferenz in Nordirland, bei der Corrymeela Community. Die Schlußbotschaft enthält die Verpflichtung der Friedenskirchen für wahre Sicherheit durch  Verwundbarkeit einzutreten und für Gerechtigkeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

4.-8. September 2007 – Church and Peace veröffentlicht mit der Assisi-Koalition eine gemeinsame Botschaft und organisiert während der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu, Rumänien eine Anhörung zum Thema “Wahre Sicherheit”.

Juli und November 2008 – Die Mitgliederversammlung in Barchem, Niederlande, die englischsprachige Regionaltagung in Ammerdown und die deutschsprachige Regionaltagung auf dem Thomashof bei Karlsruhe nehmen das UN-Konzept der „Responsibility to Protect (R2P – Schutzpflicht)“, das „humanitäre Interventionen“ wie den NATO-Einsatz von 1999 ablösen soll, in den Blick. Während die Überlegungen zur Gewaltprävention Zustimmung finden, ist die Erklärung der ÖRK-Vollversammlung 2006 in Porto Alegre zu R2P, in der Gewalt als letztes Mittel legitim bleibt, eine starke Herausforderung, geradezu anstößig für Church and Peace-Mitglieder.

3.-5. Oktober 2008 – Französisch-/Deutschsprachige Regionaltagung in Straßburg zum Thema: „Die Europäische Union: Gestern ein Projekt der Versöhnung – und heute?“ in Zusammenarbeit mit dem französischen und deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbunds.

8.-12. Oktober 2008 – Zweite interreligiöse regionale Friedenskonferenz der Reihe „Indem wir am Frieden bauen, loben wir Gott” in Blagaj bei Mostar, Bosnien-Herzegowina zum Thema „Gewaltverzicht – Weg des Zusammenlebens”, veranstaltet von der Initiative ‘Gläubige für den Frieden’ mit Unterstützung durch Church and Peace. Zwei Jahre nach der ersten Konferenz in Kroatien haben sich dort bereits 45 muslimische und christliche FriedensarbeiterInnen aus verschiedenen Staaten des ehemaligen Jugoslawien sowie einige Mitglieder von Church and Peace versammelt.

12.-14. Juni 2009 – Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg bei Basel, Schweiz, Internationale Konferenz „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ mit Rückblick auf sechs Jahrzehnte Friedenszeugnis und ökumenischen Dialog sowie theologisch-praktische Orientierung und Reflexion zu „Nachfolge, Gemeinschaft, Gewaltfreiheit“.
Das starke Engagement von Mitgliedsorganisationen und Arbeitsgruppen in den Monaten vor der Konferenz mündet in die Verabschiedung einer Erklärung von Church and Peace zu “Responsibility to Protect (R2P)“, die in die ökumenische Diskussion eingebracht wird. Darin „lehnen wir den Teil des Konzeptes von R2P ab, der den Militäreinsatz zum Schutz von bedrohten Völkern gestattet. Selbst wenn militärische Gewalt nur als “ultima ratio” bereitgehalten wird, beeinflusst dies die Planung der zivilen Aktionen in den früheren Phasen des Konflikts (…) Auch in aussichtslos erscheinenden Situationen, in denen angesichts vorherrschender Gewalt der menschlich nachvollziehbare Hilferuf nach wirksamer Gegengewalt bei den Betroffenen und bei uns selbst laut wird, beharren wir auf gewaltlosen Mitteln gegenüber jedem Menschen – Mittel, die uns in der Nachfolge Jesu in reichem Maß zur Verfügung stehen.

2009 – 2011 Die theologische Arbeitsgruppe von Church and Peace arbeitet an einer Friedenskirchlichen Deklaration im Rahmen der DOV und im Hinblick auf eine ökumenische Erklärung zum Gerechten Frieden für die Friedenskonvokation, die 2011 in Kingston, Jamaika stattfinden wird. Unter der Überschrift „Wirken an Gottes Gewand“ legt Church and Peace Anfang September 2009 seinen Beitrag zum ersten Entwurf des ÖRK für eine Erklärung zum Gerechten Frieden vor.

4.-6. Juni 2010 – Mitgliederversammlung auf dem Bienenberg, Schweiz zum Thema „Kirchen und Basisbewegungen angesichts der Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union“. Church and Peace will Kampagnen zur Abschaffung von Atomwaffen unterstützen und in Fortführung des Themas ‚Sicherheit und Verwundbarkeit‘ ein eindeutiges, theologisch fundiertes Friedenszeugnis vertreten, um die Option für Gewaltfreiheit als Grundlage der europäischen Konfliktprävention und -bearbeitung zu stärken.

13.-17. Oktober 2010 – Dritte interreligiöse südosteuropäische Friedenskonferenz der Reihe „Indem wir am Frieden bauen, loben wir Gott“ der „Gläubigen für den Frieden“ in Fruska Gora bei Novi Sad, Serbien mit 60 Teilnehmer*innen aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Serbien, USA und Deutschland.

26.-28. November 2010 – Deutschsprachige Regionaltagung „Wege aus der Vergeltungskultur“, Thomashof bei Karlsruhe mit Prof. Howard Zehr, Eastern Mennonite University, USA als Hauptreferent zum Thema „Restorative Justice“.

2010 – 2012: Die weiter wachsenden und enger werdenden Verbindungen nach Südosteuropa machen den Bedarf für Serbisch/Kroatisch als vierter Sprache für die Website und Publikationen von Church and Peace immer deutlicher. Eine Projektfinanzierung des Mennonite Central Committee ermöglicht Übersetzungen, Reisen und die Arbeit der Organisationsgruppe für die interreligiöse Friedenskonferenz. Ihr folgt in späteren Jahren eine Projektfinanzierung der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden).

Ende März 2011: Dem Einsatz militärischer Gewalt in Libyen begegnet Church and Peace unter Verweis auf die 2009 beschlossene Position zu R2P mit der Forderung nach ‘konsequenter Entwicklung von Strategien ziviler Konflikttransformation‘ und findet damit viel Echo.

17.-25. Mai 2011 – Die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation (IÖFK) in Kingston, Jamaika bildet den Abschluss der „Dekade zur Überwindung von Gewalt” und arbeitet zu den vier Herausforderungen, den ‘gerechten Frieden’ zu gestalten: Friede in der Gemeinschaft, Friede mit der Erde, Friede in der Wirtschaft und Friede zwischen den Völkern.
Church and Peace ist mit zwei Delegierten vertreten. Sie halten Workshops und arbeiten mit am „Ökumenischen Aufruf zum Gerechten Frieden“, der zu Beginn trotz vieler aufgenommener Reaktionen weiter die Option beinhaltet, bedrohte Völker mit militärischer oder polizeilicher Gewalt zu schützen, und die Schutzpflicht gar als Teil des Konzepts des Gerechten Friedens bezeichnet. Dagegen haben sich unsere Vertreter*innen in Kingston gemeinsam mit anderen aus dem Netz von Church and Peace eindeutig positioniert und erreicht, dass der Text am Ende lautet: „Wir ringen weiter um die Frage, wie unschuldige Menschen vor Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt geschützt werden können. In diesem Zusammenhang stellen wir uns tief greifende Fragen zum Konzept der ‘Schutzpflicht’ und zu dessen möglichem Missbrauch. Wir rufen den ÖRK und seine Partnerorganisationen dringend auf, ihre Haltung in dieser Frage weiter zu klären.

19.-22. Mai 2011 – Parallel zur IÖFK findet die internationale Church and Peace-Konferenz bei der Gemeinschaft der Arche von Lanza del Vasto in St. Antoine, Frankreich statt. Dadurch ist es möglich, von dort einen Appell zum R2P-Konzept nach Kingston zu übermitteln: „Gewalt in jeglicher Form kann niemals einen dauerhaften Frieden in Gerechtigkeit erzielen. Wir laden euch ein, mit uns der Versuchung zu widerstehen, den Gebrauch tödlicher Waffen – selbst als “ultima ratio” – zu rechtfertigen.“

26.-27. April 2012 – Französischsprachige Regionaltagung „Welche Wurzeln in einer Welt ohne Grenzen? Ursachen und Folgen des Erwachens von Identität. Soziologische Analysen und Antworten aus dem Evangelium“ und Jahrestagung „Die Europäische Gemeinschaft – ein unvollendetes Versöhnungsprojekt – Zur Integration der Länder des ehemaligen Jugoslawien“ in Brüssel, Belgien.

23.-25. November 2012 – Deutschsprachige Regionaltagung mit Viola Raheb, Thomashof bei Karlsruhe: „In jedem Menschen das Antlitz Gottes sehen – Das Kairos-Palästina Dokument“. Bereits im Juni 2010 hatte Church and Peace in Reaktion auf dieses Dokument vom Dezember 2009 ein Solidaritätsschreiben an die christlichen Verfasser*innen in Palästina gesandt.

31. Mai – 2. Juni 2013 – Internationale Konferenz in Selbitz, Deutschland: „Suchet der Stadt Bestes – der prophetische Auftrag der Kirche“. Wenn Kirchen und religiöse Gemeinschaften die Gewaltfreiheit Jesu als einzige Option aufnehmen, bedeutet dies eine bewusste Entscheidung gegen den Krieg. Dafür einzustehen, ist der prophetische Auftrag der Kirche Jesu.

30. Oktober – 8. November 2013 – ÖRK-Vollversammlung, Busan, Südkorea:
Im Mai 2013 hat Church and Peace für die ÖRK-Vollversammlung einen Beitrag vorgelegt mit dem Titel ‘God of Life, make us instruments of your peace and justice’ – From Kingston to Busan and Beyond. Zur Versammlung kann zusammen mit den Mitgliedern IFOR und FWCC-EMES ein Vertreter entsandt werden, der mit anderen Friedenskirchen gemeinsame Vorschläge einbringt.
Annahme des „Ökumenischen Aufrufs zum Gerechten Frieden“ der Friedenskonvokation 2011 in Jamaika mit Empfehlung, eine kritische Analyse von R2P in Beziehung zu ‘Gerechtem Frieden’ und der missbräuchlichen Rechtfertigung bewaffneter Interventionen vorzunehmen.
Einladung zum „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ auf der Suche nach Einheit und Gemeinschaft und im gemeinsamen Engagement für Gerechtigkeit und Frieden

23.-25. Mai 2014 – Jahrestagung in Baarlo, Niederlande zum Thema „Just Policing und unbewaffnete Intervention: Zum kirchlichen Dialog über das Konzept der Schutzverantwortung“ mit Jonathan Frerichs vom ÖRK. “Just policing“ bedeutet, dass Internationale Polizeieinheiten dafür sorgen, dass gefährdete Bevölkerungsgruppen geschützt und dass Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung wieder hergestellt werden, während weitere Verantwortungsträger und Einrichtungen Lösungen für die Konfliktursachen suchen.

21.-23. November 2014 – Deutschsprachige Regionaltagung „Friedenszeugnis & Asyl“, Thomashof bei Karlsruhe

10. März 2015 – Wilfried Warneck stirbt im Alter von 85 Jahren.

3.-7. Juni 2015 – Deutscher Evangelischer Kirchentag in Stuttgart: Church and Peace ist an einer Tagesveranstaltung zum‘ Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens‘ beteiligt sowie mit mehreren Workshops im von vielen Friedensgruppen eigenständig organisierten Zentrum Frieden.

7.-12. Oktober 2015 – Zum zweiten Mal findet die internationale Konferenz in Südosteuropa statt, dieses Mal auf Einladung des neuen Mitglieds, der evangel. Gemeinde ‚Bashkësia e Popullit të Zotit (Fellowship of the Lord’s People)‘ und nach langer intensiver Vorbereitung in Pristina, Kosovo: “Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein (Jes. 32, 17) – Zusammenleben in der Mitte Europas”. Einer der Referenten ist Leonardo Emberti, Gemeinschaft Sant’Egidio. Eine der Tagung vorausgehende Pilgerfahrt verlief mit vielen Begegnungen von Budapest über Belgrad bis Pristina, damit in Gegenrichtung der Flüchtlingsroute nach Nordeuropa.
In einer öffentlichen Veranstaltung, zu der Church and Peace eingeladen hat, ruft die Kosovo-Berichterstatterin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek, per Videobotschaft dazu auf, das Friedenspotential aller Religionen zu nutzen. Vertreter*innen von fünf Religionsgemeinschaften des Kosovo unterstreichen die gemeinsame Aufgabe, die im Krieg zerstörten Brücken der Toleranz und des Vertrauens wiederaufzubauen.

9.-10. Juni 2016 – Frankophone Regionalkonferenz in Loisy/Frankreich

10.-12. Juni 2016 – Mitgliederversammlung und Tagung in Loisy bei Paris, Frankreich mit dem Thema „… und sie werden sicher wohnen (Micha 5,3) – Gemeinsame Sicherheit auf der Basis von Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit“. Mit der Evangelischen Landeskirche in Baden, Deutschland wird erstmals eine Landeskirche assoziiertes Mitglied von Church and Peace.
An den Folgetagen beteiligen sich Church and Peace-Mitglieder an den Mahnwachen vor der Börse und dem Messegelände anlässlich der großen Waffenausstellung Eurosatory.
Sommer 2016 – Der Church and Peace-Rundbrief erscheint erstmals in neuem Layout und Format DIN A4 und in Farbdruck.

28. September – 1. Oktober 2016 – EKD-Konsultation im Rahmen des ‘Pilgerweges der Gerechtigkeit und des Friedens’: “How to become a Just Peace Church – Social Change and the Renewal of the Churches through the Spirit of a Just Peace.” Church and Peace war am Vorbereitungsprozess beteiligt und nimmt mit mehreren Vertreter*innen, auch aus Südosteuropa, an der Konsultation teil.

Ab Sommer/Herbst 2016: Die Europäische Union veröffentlicht Ende Juni/ Anfang Juli ihre neue Außen- und Sicherheitsstrategie und legt einen Entwurf vor, um das für nicht-militärische Maßnahmen vorgesehene „Instrument für Stabilität und Frieden“ (IcSP) nun um die Stärkung militärischer Kapazitäten in Drittstaaten zu erweitern – und das möglicherweise mit Geldern der Entwicklungszusammenarbeit. Nachdem zunächst Church and Peace Anfang Juli einen konsequenten Paradigmenwechsel hin zu nichtmilitärischen Strategien der Prävention und Intervention fordert, folgt Mitte Oktober – koordiniert mit anderen Organisationen wie AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), Brot für die Welt, VENRO (Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.) und KEK – die Warnung vor der Gefahr, dass sich die EU von einem Friedensprojekt zu einer Militärunion entwickelt und den Weg in ein gefährliches, einseitig militärisches „Sicherheits“-Denken weiter geht. In den Folgejahren warnt Church and Peace immer wieder zum Thema.

29. Oktober 2016 – Regionaltag für Großbritannien und Irland in Birmingham, UK, “..und sie werden sicher wohnen” – Sicherheit neu denken: die moralische und theologische Herausforderung

25.-27. November 2016 – Deutschsprachige Regionaltagung: „Es war kein Mangel unter ihnen“ – Nachdenken über Wirtschaft und Gerechtigkeit, Thomashof bei Karlsruhe
30. März – 2. April 2017 – Vierte interreligiöse südosteuropäische Friedenskonferenz der Reihe „Indem wir am Frieden bauen, loben wir Gott“ in Lužnica bei Zagreb, Kroatien mit dem Thema „Re:Aktion – Gläubige für den Frieden in Zeiten von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit” mit über 70 Teilnehmenden aus Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien sowie Gästen aus Westeuropa und den USA: Muslime, Christ*innen verschiedener Denominationen wie auch nichtreligiöse Humanist*innen. Sie sind sich einig, „dass jede Rechtfertigung von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, die sich auf Glauben oder religiöse Tradition beruft, zutiefst falsch und inakzeptabel ist“, wie es in der Abschlusserklärung heißt.

9.-11. Juni 2017 – Mitgliederversammlung und Tagung in Straßburg, Frankreich mit dem Thema: „Fürchtet euch nicht, ich bringe euch gute Nachricht” (Lk 2,10) – Reformation 2017: Befreit von Furcht, ermutigt zur Gewaltfreiheit. Die Überschrift zu den wichtigsten Ergebnissen: „Zivile Instrumente stärken, statt EU-Gelder in Waffen und Militär investieren. Europäisches Netzwerk Church and Peace gegen Paradigmenwechsel der EU vom Projekt für Versöhnung und Frieden hin zur Militarisierung.

Reformation 2017: Church and Peace ruft Kirchen und Politik zu entschiedenem Eintreten für Gewaltlosigkeit und zur Abkehr vom Vertrauen in militärische Sicherheitskonzepte auf”.

1. September 2017 – Umzug der Church and Peace-Geschäftsstelle von Laufdorf bei Wetzlar auf den Laurentiushof in Diemelstadt-Wethen, Nordhessen zur Bürogemeinschaft mit dem Church and Peace-Mitglied gewaltfrei handeln e.V. und dem Verein Ökumenische Initiative Eine Welt.

28. Oktober 2017 – Regionaltag für Großbritannien und Irland in Birmingham, UK unter dem Titel „Friedenskirche in einer konfliktreichen Welt? – Antworten auf den biblischen Ruf zur Gewaltfreiheit”

9.-11. März 2018 – Erstes Wochenende der friedenstheologischen Seminarreihe „Friede und Gerechtigkeit umarmen sich“ mit Referentin Marie-Noëlle von der Recke (langjährige Generalsekretärin von Church and Peace), getragen von Church and Peace und dem Arbeitskreis Frieden in den Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar, um die biblisch-theologische Basis für das Friedenszeugnis der Kirche aufzuzeigen.

31.Mai -6. Juni 2018 – Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen in Novi Sad, Serbien „Ihr werdet meine Zeugen sein“. Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende von Church and Peace, moderiert und präsentiert den Bericht des Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten.

24.-26. Juni 2018 – Internationale Konferenz und Mitgliederversammlung in Hoddesdon, Vereinigtes Königreich, “Gerechtigkeit und Frieden umarmen sich” (Ps 85, 11)
Gemeinsam unterwegs für Versöhnung in einem zerrissenen Europa. Referent ist der method. Pfarrer Inderjit Bhogal. Abschließend ruft Church and Peace die Kirchen zur Gewaltlosigkeit auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens auf und warnt im Blick auf den geplanten Mehrjährigen Finanzrahmen (2021 -2027) der EU vor zunehmenden Investitionen in Militarisierung.

9. November 2018 – Der Vorstand von Church and Peace ruft angesichts 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges zu aktivem Erinnern und konsequenten Schritten für Gewaltfreiheit auf.

23. – 25. November 2018 – Deutschsprachige Tagung 2018, Thomashof bei Karlsruhe
“Die Wege sind das Ziel”. Unser Umgang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen

10.-12.2019 – Paris, Institut Protestant de Théologie, Friedenskonferenz der Konferenz Europäischer Kirchen/ 60 Jahre KEK. Beteiligt sind Mitglieder der Thematic Reference Group der KEK zu ‚Frieden und Versöhnung‘, darunter Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende von Church and Peace.

19.-21. Mai 2019 – Internationale Konferenz, Jubiläumsfest und Mitgliederversammlung
in Berlin, Deutschland, „dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung“ (Jeremia 29,11)
70 Jahre Gewaltfreiheit leben – der Militarisierung widerstehen
Wir haben an diesem Wochenende gemeinsam und mit vielen Gästen auf 70 Jahre aktive Friedensarbeit zurückgeblickt, gefeiert und nach vorne geschaut. Wir haben gefragt, wo in lebendiger Verpflichtung gegenüber dem Entstehungsimpuls die aktuellen und zukünftigen Handlungsfelder für unser aktives Friedenszeugnis in Europa liegen.

Mai 2019 – In den Monaten vor den Europawahlen hat Church and Peace zusammen mit mehreren Organisationen friedenspolitische Wahlprüfsteine auf Deutsch und Englisch zur Wahl zum Europäischen Parlament am 23.-26. Mai 2019 erarbeitet. Ebenso haben wir wesentlich dazu beigetragen, dass die von uns mit-initiierte Kampagne „Rettet das Friedensprojekt Europa!“ durch unsere Mitgliedsorganisationen und Menschen aus 12 Ländern unterstützt wurde.

19. – 23. August 2019 – Lindau, Deutschland, Weltversammlung von Religions for Peace. Als Vertreter*innen der Mennoniten in Deutschland und der Friedenskirchen in Europa nahmen Lydia Funck, Generalsekretärin von Church and Peace, Fernando Enns, Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen Hamburg, sowie Andrew Lane, Quaker Council for European Affairs, an der Versammlung teil.

Herbst 2019 – Übergabe der Unterlagen von Church and Peace an das evangelische Zentralarchiv in Berlin (EZA).

7. November 2019 – Nach einer intensiven Beteiligung am zweijährigen Vorbereitungsprozess tagt die 2. Synode der EKD vom 10 bis 13. November in Dresden zum Thema: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens „Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15). Church and Peace ruft die Delegierten auf:
• deutlich ihre Stimme gegen die fortschreitende Militarisierung der EU zu erheben;
• sich entschieden für die Förderung der gewaltfreien Konfliktbearbeitung einzusetzen;
• für eine restriktive und effektive Rüstungsexportkontrolle einzutreten;
• sich dafür einzusetzen, dass Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet;
• Krieg bzw. militärische Intervention als „ultima ratio“, als letzte Option, auszuschließen und stattdessen Schritt für Schritt in Richtung Gewaltfreiheit als erste und letzte Option zu gehen (siehe auch Szenario “Sicherheit neu Denken“)

7.-9.Februar 2020 – Der Vorstand beschließt, dass Church and Peace Bündnispartner von ICAN und United4Rescue wird und damit der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen sowie dem Aktionsbündnis United4Rescue – Gemeinsam Retten, das zivile Seenotrettungsorganisationen unterstützt, die Menschen auf der Flucht im Mittelmeer vor dem Ertrinken retten, beitritt.

22. Februar 2020 – Netzwerktreffen der Region Großbritannien und Irland, Birmingham, VK, zum Thema „Die wahren Kosten des Krieges“.