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Herrnhut, 29. Oktober 2025 – „In Serbien ereignet sich seit einem Jahr der größte gewaltfreie Widerstand in Europa. Dafür brauchen wir eure Unterstützung und euer Gebet.“ Dies berichteten serbische Teilnehmerinnen bei der Konferenz von Church and Peace in Herrnhut vom 24.-26.10.2025.

Am 1. November 2024 stürzte das Vordach des Hauptbahnhofs in Novi Sad ein und begrub 16 Menschen unter sich, darunter ein 5-jähriges Kind. Sie verstarben alle. Daraufhin gingen tausende Menschen auf die Straße, die der Regierung Korruption als Ursache vorwarfen und inzwischen einen Politikwechsel einfordern. Unter dem Motto „Korruption tötet!“ und mit einem 16-minütigem Schweigen forderten zunächst Studierende, dann weite Teile der Bevölkerung, den Respekt vor den Grundwerten der Demokratie. Es geht ihnen um Freiheit und Gerechtigkeit im Land, Werte, die die Grundlage der Europäischen Union darstellen. Zum ersten Jahrestag am 1. November 2025 sind nun 16 Tage lang Menschen aus allen Regionen Serbiens unterwegs nach Novi Sad.

Die Reaktion der Regierung war bisher hart: Hunderte Menschen, die sich an den Protesten beteiligt haben, sind verprügelt und verhaftet worden. Professorinnen und Lehrer, die die Protestierenden unterstützen, müssen Gehaltseinbußen hinnehmen. Es wird mit Kündigung gedroht. Gegendemonstranten werden organisiert und finanziert. Trotzdem wurde der Widerstand nicht gebrochen. Unter den Forderungen der Protestierenden ist die nach freien, gerechten und transparenten Wahlen als erster Schritt zur Befreiung von einem korrupten Machtsystem. Die Bevölkerung in Serbien ringt um universale Werte, die unentbehrlich sind, um einen gerechten Frieden zu befördern.

Church and Peace ruft die europäischen Zivilgesellschaften, die Kirchen und Regierungen dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Demonstration am 1. November in Novi Sad friedlich und gewaltfrei verläuft und die Bevölkerung auf dem Weg in eine gerechte Zukunft zu unterstützen.

Church and Peace ruft die europäischen Politikverantwortlichen dazu auf, die „Entschließung des Europaparlamentes vom 22.10. zur Polarisierung und zunehmenden Repression in Serbien ein Jahr nach der Tragödie von Novi Sad“ konsequent umzusetzen und alles zu tun, um den Weg zu Gerechtigkeit und Freiheit in Serbien zu stärken.

Und Church and Peace ruft dazu auf, für die Menschen in Serbien zu beten.

Pressekontakt:
Anja Vollendorf, Vorsitzende von Church and Peace, 0170 3568204

 

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