Europäische Konferenz 2026 in Milton Keynes, UK
„Healing from Conflict“
Joint Conference der Fellowship of Reconciliation (FoR), der Anglican Pacifist Fellowship, Pax Christi (England und Wales), CHIPS (Christian International Peace Service) und Church and Peace
Die „Church and Peace“-Konferenz 2026 unter dem Titel „Healing from Conflict“ war insofern etwas Besonderes, als sie gemeinsam mit vier anderen christlichen Friedensgruppen veranstaltet wurde: der Fellowship of Reconciliation (FoR – der englischen und schottischen Sektion der IFOR), der Anglican Pacifist Fellowship, Pax Christi (England und Wales) und CHIPS (Christian International Peace Service). Sie fand vom 24. bis 26. April im Konferenzzentrum Kents Hill Park in Milton Keynes in England statt. Die Konferenz bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, zu lernen, nachzudenken, Inspiration zu finden und andere Menschen zu treffen, die sich für die Friedensarbeit engagieren. Sie half „Church and Peace“ auch dabei, Kontakte zu den britischen Mitgliedern unseres europäischen ökumenischen Friedensnetzwerks zu intensivieren und neu zu knüpfen und unsere Partner im Vereinigten Königreich besser kennenzulernen.
Am Freitagabend gab es Begrüßungen und Vorstellungsrunden von jeder der organisierenden Gruppen. Zu uns gesellten sich auch Online-Teilnehmer für die Friedensgebete für die Ukraine und andere Teile der Welt, die wir abwechselnd jeden Freitagabend um 19.30 Uhr britischer Zeit (20.30 Uhr MEZ) leiten. Unsere morgendliche Keynote am Samstag hielt Jane Kinnimont, Geschäftsführerin der United Nations Association (UK). In einem faszinierenden Vortrag erinnerte Jane uns an die Grundsätze der UN-Charta und stellte verschiedene Szenarien für die Zukunft der UN vor. Jane erinnerte uns daran, dass die Menschen in der westlichen Welt zwar 80 Jahre Frieden erlebt haben, aber im Jahr 2025 wurden 2,7 Billionen US-Dollar für Rüstung und Krieg ausgegeben – ein Vielfaches des UN-Budgets.
Nach einer Kaffeepause nahmen wir an einem von sechs Workshops teil, die alle interessant klangen – eine schwierige Wahl! Martin Tiller, Vorstandsmitglied von Church and Peace und Vorsitzender von Christian CND, vermittelte den Einsatz von Rollenspielen, um mit Christen Argumente gegen Atomwaffen zu erörtern. John Cooper von FoR leitete eine interaktive Sitzung zur Militarisierung von Glauben und Gesellschaft. Die „Church and Peace“-Mitglieder Ana und Otto Raffai von RAND in Kroatien motivierten uns, in diesen kriegsähnlichen Zeiten Mut für den Frieden zu haben. Marcellina Priadi von CHIPS sprach über die Arbeit für Frieden und Heilung in Darfur. Revd Canon Kate Massey von der Kathedrale von Coventry sprach über die Inspiration, die Kunst für die Versöhnungsarbeit bietet. Catriona Robertson von der Iona Community bezog die Teilnehmenden in ein Fingerabdruck-Labyrinth ein, um das Recht auf friedlichen Protest zu fördern.
Die Nachmittagsrede hielt Siniša Klem, Vorstandsmitglied von Church and Peace und baptistischer Theologe aus Kroatien. Er reflektierte über die Geschichte von Kain und Abel als Blickwinkel, um ethnische Konflikte zu verstehen. Sinišas zentraler Punkt war, dass wir dazu beitragen können, Gewaltkreisläufe zu durchbrechen und die Versöhnung voranzutreiben, indem wir uns bewusst machen, dass wir nicht nur Opfer, sondern auch Täter von Gewalt sein können.
Später am Nachmittag hatten wir erneut die Auswahl aus 6 praktischen Workshops. Lisa Cumming von den Quäkern in Großbritannien bot eine Erkundung der „zwei Hände der Gewaltfreiheit“ im Umgang mit der extremen Rechten an: Nein sagen und in den Dialog treten. Revd Dr. Girma Bishaw, die Leiterin der Gratitude Initiative, sprach darüber, wie man psychologischen Raum für Heilung schaffen kann. Rev. Nathanael Reuss gab Einblicke, wie man Überlebende mit komplexem posttraumatischem Belastungssyndrom (PTBS) unterstützen kann. Rev. Clive Fowle, der in Kroatien Versöhnungsarbeit geleistet hat, sprach darüber, wie man trotz unserer Unterschiede mitfühlend miteinander in Verbindung treten kann. Rike Flämig von der Refo-Moabit-Gemeinde in Berlin zeigte, wie man den Körper und den Tanz in individuellen und kollektiven Heilungsprozessen einsetzen kann. Erin Blythe hat über Erinnerungsräume in Kolumbien gesprochen.
Die abendliche gesellige Veranstaltung brachte viel Freude und Kreativität. Cas Moyo von CHIPS leitete „Sip’n’Paint“, bei dem die Teilnehmenden beim Genuss eines alkoholfreien Getränks zum Thema Frieden malten. Alle malten auf sehr verschiedene Art als spirituelle Aktivität . Es war ein sehr verbindendes und herzliches Erlebnis!
Am Sonntagmorgen fuhren wir zur Christ the King Community Church in Milton Keynes. Das ist eine Kirche, die sowohl von einer protestantischen Gemeinschaft – bestehend aus Baptisten, Methodisten, der Church of England und der United Reformed Church – als auch von der örtlichen katholischen Gemeinde genutzt. Dieses Konzept kannten vorher nur wenige der Teilnehmenden. Wir besuchten den protestantischen Morgengottesdienst und blieben anschließend noch auf Tee und Kuchen. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Die Kirche war perfekt für unsere ökumenische Konferenz. Schade, dass wir keine Zeit hatten, auch noch beim katholischen Gottesdienst zu bleiben.
Die Konferenz endete mit Reflexionen darüber, was jeder von uns aus dem Wochenende mitnehmen würde, und mit Dank an die vielen Menschen, die dazu beigetragen hatten, die Veranstaltung so gut zu gestalten (einschließlich der vielbeschäftigten Dolmetscher und derjenigen, die uns zum Bahnhof mitgenommen hatten). Es gab Gebete zum Gedenken an verstorbene Friedensstifter, darunter diejenigen, die während ihrer Friedensarbeit getötet wurden.
Es war bewegend, so viele Menschen zu treffen, die sich für Friedensarbeit und Friedensgemeinschaften engagieren und für die Frieden ein selbstverständlicher Teil ihres Glaubens ist.





